Ich gebe meine Tochter auf

Das folgende klingt jetzt recht hart - aber genau so ist es und geht es mir.
Unsere Große ist seit Säugling auf ein richtiger Wildfang. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich bzw. wir versuchen viel mit ihr zu unternehmen. Ich bin täglich mit meinen Mädels vormittags unterwegs. Nachmittags dann oft mit meinem Mann oder meiner Mutter. Das unterwegs sein macht meist keinen Spaß, sie bockt rum, hört nicht, haut ab usw. Daheim ist es noch schlimmer. Will man mit ihr etwas machen sitzt sie nur neben einem oder macht das ganze kaputt - sprich sie stänkert nur rum und tut sehr oft ihrer Schwester weh. Macht man nix mit ihr und läßt ihr Zeit mit ihrem Spielzeug zu spielen - sitzt sie nur rum und schaut blöd aus der Wäsche.
Mich macht das so fertig! Sie ist ungelogen seit ihrem Säuglingsalter schon so. Selbst unser KIA meinte mal das sie ganz schön "aufgeweckt ist".
Solangsam verläßt mich meine Kraft, mein Mut, einfach alles. Ich habe sie innerlich ehrlich gesagt schon aufgegeben und hoffe nur noch auf den Kiga Start. Mir tut es selbst weh das ich sowas schreiben muß und das ich überhaupt so denke. Aber es ist so. Muß auch schon wieder heulen wenn ich das hier schreibe.
Ich hoffe so sehr das unsere jüngste anders wird. ICh versuche schon alles anders bei Ihr zu machen - nur das sie jahr nicht so wird wie ihre Schwester. Ihr werdet lachen aber das fängt schon bei der Ernährung an. Die Kleine bekommt kein Hipp oder Alete...sondern nur Gläschen aus dem Bioladen.
Das komische oder für mich etwas ärgerliche ist - Marlene ist im Maxi Club oder im Kiga total unauffällig!

Ich bin echt froh diese Zeilen hier mal schreiben zu können und danke allen die sich die Zeit genommen haben sie zu lesen.

LG,
kissmet81+ Marlene 12/03 + Stella 09/05

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Mmmh,
meine Tochter ist auch nicht gerade einfach...Kann mir auch im Moment kein zweites Kind vorstellen. Aber kann es bei Dir sein, daß bei Deiner Tochter vielleicht etwas Eifersucht mit im Spiel ist? Meine Schwester ist 2einhalb Jahre jünger als ich und ich war früher auf sie auch immer tierisch eifersüchtig, hab sie immer gezwickt und ihr alles weggerissen....
Außerdem spürt Deine Große bestimmt Deine Erregung und alles und das überträgt sich auf sie...Richte doch mal am Tag, wenn Dein Mann daheim ist eine spezielle Zeit ein, wo Du nur für Deine Große da bist, vielleicht hilft das ja weng.
Und Kopf hoch...Es wird bestimmt wieder besser.
ANDREA mit Hannah (23m)

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Bitte geht zu einer Erziehungsberatunsstelle oder zu anderen Beratungsstellen für Eltern, das mein ich sehr ernst. Mit dieser Einstellung - die dein Kind 100 %tig unbewusst spürt- verstärkt sich dieses Verhalten von ihr und von dir. Ihr seid in einem sehr gefährlichen Teufelskreislauf, einer Spirale die sich nur nach oben schrauben kann. Wenn du nichts tust kann es nur schlimmer werden. Sorry, für die harten Worte, aber man hört deine Enttäuschung, Anspannung, Überbelastung einfach sehr deutlich raus. Bitte unternimm was. Red offen und ehrlich mit deinem KiA drüber, der kennt bestimmt gute Beratunsstellen vor Ort. Ein Kinderpsychologe könnte euch auch helfen.
Lg und alles Gute, Eva

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Mein Kia meint es sei noch alles im Rahmen. Für den Kinderpsychologen ist sie noch zu jung. Ich bin ja selbst vom Fach - sprich Kinderpflegerin (besser bekannt als Kindergärtnerin). ICh weiß selbst von der Praxis so manche Tricks, aber bei ihr fruchtet einfach nix.

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Kinderpflegerin ist nicht gleich Kindergärtnerin!

Kinderpflegerin ist ein helfender beruf und Kindergärtnerin heisst heutzutage Erzieherin und umfast eine Ausbildung von 5 Jahren in Thüringen.

Grüsse
Schallraucher (die Erzieherin ist und 5 Jahre dafür lernen musste)


P.S. Die Kinderpflegerin ist bei uns in Thüringen eine 2 Jährige Ausbildung, mit diesem Abschluss erwirbt man gleich den ralschulabschluss. Und in den zwei jahren Ausbildung zur Kinderpflegerin glaube ich nicht das du da so extreme Fälle zu Gesicht bekommen hast. Also gehe zu einem Psychologen oder wende dich an das Jugendamt, vielleicht können dir die auch weiter helfen.

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Hallo kissmet,

es hört sich so an, als wärest du ganz einfach ausgepowert und brauchtest selbst ein bisschen Ruhe. Denn wenn die Mutter unausgeglichen ist, überträgt sich das ganz schnell aufs Kind.
Ich persönlich habe für mich erkannt, dass ich für meinen hörbehinderten Sohn (17 Mon.) und meine im Totzalter befindliche und außerdem eifersüchtige Tochter (fast 3) unbedingt eine starke Mutter sein muss und das hoffe ich, durch eine Mutter-Kind Kur zu erreichen. Ob das genehmigt wird, weiß ich nicht, aber da ich noch eine Trauer zu bewältigen habe (Marvins Zwillingsbrüderchen verstarb im 8. SSM in meinem Bauch), meine Eltern beide krebskank sind und ich sebst unter enormen emotionalen Druck stehe, hoffe ich auf Bewilligung der Kur, um einfach mal abzuschalten und Therapiegespräche zu führen.
Es ist nur eine Anregung, weil ich auch oft da gesessen und geheult habe.
Liebe Grüße
Birgit

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Hallo Birgit,

ich denke bei deinem fam. "Zustand" wirst du sicherlich die Kur bewilligt bekommen. Ich hingegen muß sagen das ich noch nie an eine Kur gedacht habe. Da wäre ich ja wieder mit meinem Kind zusammen. Du hast nämlich schon recht...ich bin momentan total ausgepowert!!! Die Kinder, der kürzliche Umzug (der nagt immer noch an mir), der bevorstehende "Urlaub", das alles schafft mich momentan zusätzlich.

LG + drück dir die Daumen für die Kur!
kissmet81

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hallo kismet!

für mich klingt es so, als würde sich deine süße (die große) langweilen mit mama und der kleinen schwester. sie braucht altersgenossen, mit denen sie so richtig herumtoben und -raufen kann. nicht nur mama und ein baby #;-). dafür spricht, dass sie im club oder kiga unauffällig ist.

lädtst du manchmal gleichaltrige ein oder gibst marlene zu einer freundin / einen freund?

ich denke, sie hat energie im überschuss und braucht sehr viel bewegung und ansprache.

eifersucht auf das baby könnte auch der fall sein. hast du manchmal die zeit, nur etwas mit marlene zu unternehmen (papa oder oma passt auf stella auf)? dann könntet ihr etwas machen, das keine rücksicht auf stella erfordert (zoo, eisessen, frühstücken gehen, schwimmen, drachen steigen lassen etc.). nur mama und stella. sag' ihr, dass sie ja schon groß ist und zeig ihr, dass sie andere dinge machen kann (auch mit dir) als wenn stella dabei ist.

eine beratung bei fachleuten ist nie verkehrt! vielleicht suchst du zusätzlich jemanden auf?!

liebe grüße und toi, toi, toi #klee

julia mit sophie

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Hallo Julia,

ich denke du hast den Punkt erkannt. Mir ist es zum Teil ja auch schon klar....sie braucht altersgenoßen. Daher kann ich den Kiga Start ja auch kaum noch abwarten. Ich hoffe so sehr das sie dann ausgeglichener ist. Sie hat zwar hier im Haus auch Kontakt zu anderen gleichaltrigen Kindern - aber wirklich spielen tut sie mit ihnen nicht. Die anderen Kinder sind fast den ganzen Tag nicht zu Hause, tja und am Abend hat kaum einer Zeit.
Hoffe wir bekommen die 1 1/2 Monate noch gut über die Bühne.

LG,
kissmet81

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Hallo,

kannst du deine Tochter denn nicht einen Tage die Woche probeweise in den Kiga schicken, ist das bei euch nicht möglich? Oder gibt es keine Spielgruppen ohne Eltern in der Nähe. Niklas (2,5) geht seit ein paar Monaten 2 mal die Woche für je 3 Std. in eine Spielgruppe ohne Eltern und das tut ihm sehr gut. Allerdings ist er auch ein ruhiger Typ, der sich auch viel alleine beschäftigen kann und will.

Eine Beratung fände ich aber auch nicht so schlecht, denn deine Tochter wird irgendwann deine Haltung zu ihr spüren! Denn der Betreff "Ich gebe meine Tochter auf" ist schon sehr krass und ist irgendwie für mich das Ende eines anstrengenden Weges deinerseits

Ich wünsche dir weiterhin starke Nerven.
Gruß
Maritacat

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also meine meinung:

das liegt nicht an deiner tochter sondern an dir. es liegt fast immer an den eltern, wenn ein kind so schwierig ist. z.b. fehlende regeln, inkonsequentes handeln, ihr alles recht machen zu wollen. kinder brauchen grenzen und regeln und lob und liebe. vom letzten am meisten. der beweis scheint zu sein, dass sie im Maxiclub ein unauffälliges kind ist. dort hat sie klare regeln und hält sich daran. alles ist entspannt. aber bei mama ist das anders.

hol dir professionelle hilfe a la supernanny. (jugendamt, caritas, awo fragen). dann sagt dir eine person von außen, was du ändern musst und dann wird das. gib bitte deine tochter nicht auf. sonst machst du den gleichen fehler bei der kleinen und sie wird genauso. fang bei dir an.

#herzlich Muriel

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Versuch einfach durchzuhalten, vielleicht wird es wirklich besser wenn sie in en Kindergarten kommt, da ist sie richtig ausgepowert und sieht euch nicht mehr en ganzen Tag und freut sich dan auf euch. Zu einer Erziehungsberatung würde ich möglichst nicht gehen, dein Kind ist dann für immer als Problemkind abgestempelt. Ich hatte 2 Mütter in der Krabbelgruppe die ähnliche Probleme hatten wie ihr. Sie haben den Fehler gemacht und sind mit den großen zur Erziehungsberatung, erstmal wurde denen nicht wirklich geholfen aber das Jugendamt stand immer mal wieder vor der Tür. Als die Kinder eingeschult werden sollten hatten sie Probleme da sie von vorneherein auf eine "Spezialschule" sollten da sie ja "schwererziehbar" sind. Bei einem der Kinder hat sich im nachhinein rausgestellt das er einfach klüger war wie die anderen und nun bekommt er eine spezielle Förderung. Den anderen hat man wirklich in eine Lernbehindertenschule gesteckt und dort geht er total unter. Aber gegen die Entscheidung kannst du als Eltern nur schwer vorgehen. Also Hände weg von den öffentlichen Beratungsstellen wenn du deinem Kind nich die Zukunft versauen willst.

Visilo+Lukas (16.11.04)

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eine Mutter aus der Kindergruppe meines Sohnes hat mir diese Seite empfohlen. <off topic> Komisch, daß sich eigentlich immer nur Frauen mit Erziehungsfragen herumschlagen, kämpfen und sich Rat usw. holen. Was machen eigentlich die Väter oder wo stecken sie?
Jetzt zum Thema.... Mein Sohn führt sich ähnlich schlimm auf. Alle Versuche das zu ändern, schlugen fehl. Erst heute morgen ist er um vier Uhr aufgestanden, um die ganze Wohnung zu zerwühlen... Vater-Sohn-Nachmittage, Mutter-Sohn-Zeiten (ich derweil mit der Tochter unterwegs), Eltern-Sohn-Aktionen (die Tochter bei der Tante) schlugen fehl. Man kann nett sein, man kann böse sein, man kann Kinder zum spielen einladen, andere Eltern mit Kindern besuchen - letztlich bleibt es gleich.
Aber auch andere Kinder in unserem Freundeskreis sind ähnlich gestrickt. Kann es sein, daß es auch an unserer Gesellschaft liegt? Ich jedenfalls hätte mir als Kind das nicht getraut!! Mein Trost ist der Satz meines Freundes... irgendwie geht alles vorbei und mit 18 schmeiß mer se eh raus....
Also Kopf hoch! Sich gegenseitig unterstützen als Paar und auch die Eltern im Freundeskreis untereinander. Damit jeder mal Luft holen kann.
Übrigens.... ich habe keinerlei Omas und Opas.... nur eine über 70-jährige Tante in Stuttgart.....