Mann ständig unzufrieden

Ich weiß nicht wirklich weiter.
Mein Mann ist ständig unzufrieden und hat oft schlechte Laune.

Zuerst war er jahrelang unzufrieden in seinem Job.
Jetzt hat er endlich nach Jahren gewechselt.
Anfangs lief es noch gut, nette Kollegen etc.
Jetzt nach gerade mal drei Wochen beschwert er sich schon wieder. Es sei langweilig, er ist nicht gefördert....
Die Pendelei nervt ihn.

Unser Zuhause mag er nicht, er will umziehen.
Ist aber auch mit nichts zufrieden.

Die Leute im Umfeld findet er doof.

Wenn er etwas im Internet bestellt und es nicht gleich klappt, dann flucht er vor dem Bildschirm...


Immer nur schlechte Laune.

Ich habe ihn mal darauf angesprochen.
Seine Antwort: Es sei gemein von mir zu sagen, dass er ständig unzufrieden sei.
Und vielleicht könne er einfach nicht glücklich sein.

Mich deprimiert dieses Verhalten und ich will auch nicht, dass unsere Kinder ständig diese negative Einstellung mitbekommen. :-(

Was kann ich tun?

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Ich würde ihm freundlich,.aber sehr bestimmt sagen: "Martin", du weißt, dass ich dich liebe und immer für dich da bin, aber es reicht. Deine Launen mach ich nicht mehr mit und was du den Kindern vorlebst, auch nicht. Du gehst zum Arzt und lässt dich durchchecken, Hormonstatus, Blutbild, das komplette Programm. Sprich mit ihm bitte, wie es dir geht und nimm an, was er sagt. Ich kann dir nicht helfen, bin aber auch nicht dein Blitzableiter. Egal, was es ist, ich helfe dir gerne auch durch eine Therapie, aber jetzt bist erstmal du am Zuge mit dem Arztbesuch."
So oder ähnlich, Du kennst ihn ja am besten. Kann ja durchaus sein, dass bei ihm irgendwelche Werte im Keller sind, Testosteron, Vitamin D, Schilddrüse, was weiß ich. Aber nur "aushalten" würde ich sicher nicht.
LG Moni

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Nichts, zumal das ja bereits jahrelang so zu gehen scheint. Habe selbst solch einen Kollegen und frage mich, wie seine Frau das aushält und ihm nicht längst den Hals umgedreht hat. Gibt einfach Menschen, deren Lebenselixier das Meckern und Jammern ist. Die sind auch nicht an Lösungswegen interessiert - denn dann könnten sie ja nicht mehr meckern und jammern, außerdem sind ohnehin immer die anderen schuld ;-)

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Er war nicht immer so....

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Was war der Auslöser und warum "duldest" du es schon jahrelang, ohne was zu unternehmen?

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2 Möglichkeiten:

1. Ihm die Pistole auf die Brust setzen, dass er was ändert; oder
2. gehen

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Genau so funktionieren langfristige Beziehungen :D

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Hallo,

das klingt sehr anstrengend.

Mir kommt dein Mann von der Art her eher ungeduldig und perfektionistisch vor - kommt das ungefähr hin? Scheitert er an seinen eigenen Ansprüchen oder läuft etwas nicht so (schnell) wie gedacht, wird er unzufrieden. Wie mit dem Job, der nach drei Wochen schon langweilig ist - dabei ist er sicher noch in der Einarbeitung. Oder auch das mit den Online-Bestellungen.

Wenn du ihn fragst, was ihn glücklich macht, womit er in seinem Leben zufrieden ist, was antwortet er dann? Findet er darauf eine Antwort?

Wenn er nicht immer so war - könnte eventuell ein gesundheitliches (psychisches/hormonelles?) Problem dahinter stecken, wie schätzt du das ein?

Liebe Grüße,
DieKati

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Danke für den Input!

Ja, perfektionistisch kommt schon hin - zumindest in bestimmten Bereichen. Ungeduldig war er früher eigentlich nicht....jetzt vielleicht mehr.

Wenn ich ihn fragen würde, dann würde er entweder sagen dass ich und die Kinder ihn glücklich machen, oder mit den Achseln zucken und einen sarkastischen Kommentar von sich geben - je nach Laune.

Er hat einige gesundheitliche Probleme mitgemacht, aber eigentlich sind die alle irgendwo geklärt. Etwas psychisches habe ich mir auch schon überlegt....
Es ist schwierig. :-(

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Ich fasse es mal so zusammen: er ist perfektionistisch veranlagt, was einem beim Zufriedensein schon per se oft im Weg steht (ich kenne das ein wenig von mir - es ist allerdings besser geworden, weil ich erkannt habe, woher es bei mir kommt). Dazu kommt die berufliche Veränderung, die immer irgendwo auch ein Einschnitt ist, mit dem man erstmal umgehen muss - was deinem Mann sicher auch wegen seines Hangs zum Perfektionismus schwer fällt. (Auch das kommt mir bekannt vor, bei meinem letzten Jobwechsel konnte es mir auch nicht schnell genug gehen, dass ich eigene Projekte bekomme. Rückblickend bin ich froh, dass es nicht so kam, ich hatte die Abläufe in der Firma nach drei Wochen noch nicht ansatzweise durchschaut.)
Dazu kommen gesundheitliche Probleme, die jetzt glücklicherweise überwunden, aber vielleicht noch nicht richtig verarbeitet sind. Auch hier kann ich ein bisschen von mir berichten: ich war höchst selten krank. Dann hatte ich meinen ersten Schub einer bis dato nicht diagnostizierten Autoimmunerkrankung und war einige Wochen komplett außer Gefecht. Rückblickend weiß ich: ich habe es mir einfach vorher nie zugestanden, krank zu sein. Anzeichen waren immer da, ich habe sie immer ignoriert. Ich wollte Superwoman sein und bin natürlich krachend gescheitert 😅

Ich würde ein Gespräch mit ihm führen. Ihm sagen, dass er sich überlegen soll, was ihm wirklich (!) fehlt zur Zufriedenheit, und dass Sarkasmus an dieser Stelle nicht zielführend ist. Hilfreich kann auch sein, mit ihm gemeinsam jeden Tag Dankbarkeit zu üben. Und zwar für die kleinen Dinge des Lebens, die bei der ganzen Meckerei keine Aufmerksamkeit finden.

Übrigens, der Wunsch nach einem Wohnortwechsel ist oft Symptom, aber nicht die Lösung, auch das kenne ich von mir. Die Unzufriedenheit in mir drin ist immer mit umgezogen. 😉

Kommt ins Reden. Ich wünsche ihm und euch, dass er sich öffnen kann.

Liebe Grüße!

Bearbeitet von DieKati
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Schon mal überlegt, dass er eventuell an einer Depression erkrankt sein könnte?

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Ja, auch daran habe ich schon gedacht.
Aber ich weiß nicht, inwiefern das ins Krankheitsbild passt, da er ja nach wie vor arbeiten geht und auch sonst noch so einiges macht - auch mit Freunden.

Aber vielleicht ist es eine leichte Form der Depression....?

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Meine Schwiegermutter leidet unter Depressionen, entspricht aber überhaupt nicht dem Klischee. Sie ist sogar eher überbeschäftigt als antriebslos. Parallel aber extrem negativ und immer über kleinste Dinge besorgt. Sowas könnte ich mir bei deinem Mann auch vorstellen.

Mein Mann hatte auch gerade eine sehr meckerige und negative Phase, hat aber auf Ansprache völlig anders reagiert. Das was dein Mann gesagt hat, würde für mich auch auf eine Depression hindeuten.

Viel Kraft 🍀

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Ich finde die Antworten hier echt hart teilweise. Wenn eine Frau hier schreiben würde sie wüsste nicht, ob sie noch in der Lage ist glücklich und zufrieden zu sein, sie immer traurig ist und schlechte Laune hat, würde jeder schreien, dass sie sich professionelle Hilfe holen soll, dass der Mann sie besser unterstützen sollte und dass sie dringend ein Ausgleich braucht. Wenn eine Frau das aber über ihren Mann sagt, dann heißt es „warum duldest du so ein Verhalten?“ oder „geh“. Hä!? Hallo? 😂
Vor allem wenn dein Mann nicht schon immer so war, dann müsst ihr als Team die Ursache suchen und nach einer Lösung suchen. Und wenn die Lösung Therapie ist und dein Mann sich aber dagegen wehrt oder der Meinung ist es gibt kein Problem, dann kann man sagen, dass du das nicht mehr dulden sollst. Vielleicht hab ich aber was verpasst und dein Mann ist nicht bereit daran zu arbeiten oder seinen Problemen auf den Grund zu gehen?
Grundsätzlich ist es aber für Männer schwierig zuzugeben, dass sie ein psychisches Problem haben - weil das schwäche zeigt. Ist dein Mann so der Typ der sich deswegen schämen würde? Dann würde ich auf die Paarschiene gehen, dass DU mit der Beziehung so unzufrieden bist und es mit einer Paartherapie versuchen. Vielleicht sagt ihm sowas mehr zu weil
die „Schuld“ nicht offensichtlich bei ihm dann liegt.

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Ja, über Paartherapie habe ich auch schon nachgedacht.
Ich denke er ist nicht grundsätzlich gegen eine Therapie, nur ob er sie dann wirklich macht, weiß ich nicht.
Es kostet halt Zeit und Kraft.
Aber ich werde es mal ansprechen.

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Meine Depression äußert sich darin, dass ich von Grund auf unzufrieden bin, ich immer das negative sehe, ich vom schlimmsten ausgehe und ich die Fähigkeit verloren habe mich zu freuen. Meine Geduldsfaden ist sehr kurz und ich habe keine Motivation mich mich Sache zu befassen die nicht direkt funktionieren.
Ich geh täglich zur Arbeit, treffe mich mit Freunden, bin im Elternbeirat und in verschiedene Vereine tätig. Niemand, außerhalb meiner eigenen 4 Wände würde jemals denken oder glauben, dass ich depressiv bin. Nur als Denkanstoß.

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Danke für die Info!
Ja, ich weiß, Depressionen haben viele Gesichter...


Ich hoffe du bist in Therapie und ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht!